Ein Heck kommt selten alleine


Die Zukunft ist die Vergangenheit jedes Oldtimers

So sehe ich es, dass ich über Jahrzehnte nie von meinem Wunsch weg gekommen bin, einmal einen Renault 4CV (besser bekannt als Renault Heck) zu besitzen! Meine Eltern besassen schon in den 50 er Jahren einen VW Käfer, und mein Lieblingsreiseplatz war hinter der Sitzbank die vertiefte Mulde, schön warm wegen dem Heckmotor. Im Sommer nicht unbedingt ein Hit. Nicht desto trotz liebäugelte ich schon damals nach dem Franzosen mit dem gewissen Etwas. Ich bin mir heute sicher, dass es die sich die nach vorne öffneten Türen waren, die es mir angetan haben. Auch das scharfe Hinterteil ( wie Heute beim Megané und anderen Modellen ) hatte es in sich. Nicht zu vergessen die sportlichen Sternfelgen.

Doch nun genug der Vergangenheit. Ab meiner Autofahrprüfung (2 ½ Monate nach meinem 18 .Geb.) durchlebte ich eine grosse Zahl von Fahrzeugen, von ganz klein Morris Mini 850 / Austin Mini Kombi bis ganz gross Jaguar MK X . Von sportlich Ford Cortina Lotus bis Fiat 124 Rallye. Dann waren noch die diversen Amerikaner wie Chrysler Valiant oder Grand Voyager. Fast sämtliche Renaults besass ich auch noch. Doch den „Heck“ habe ich nie vergessen. Ca. 1984, mein Onkel betreibt eine Renault Garage, habe ich IHN, meinen Heck entdeckt. Er gehörte meinem Cousin. Ich lockte ihn, indem ich im meine Restauration - Hilfe anbot, um wenigstens zum fahren zu kommen. Er wollte aber nicht einlenken. JAHRE lang, genau 20 Jahre ! Doch dann gab er meinem Drängen nach und verkaufte ihn mir. Jetzt wird er restauriert!

Wie es so geht, interessiert man sich von diesem Augenblick nur noch, für alles was mir dem Heck zu tun hat. Ich trat dem Schweizerischen Renault Heck Club bei. Holte mir viele Tipps und Anregungen. Neue Erkenntnisse der Autobiographie des Hecks. Die Renneinsätze bei vielen Rallyes, 24 h Le man oder Mille miglia machten ihn zum fast unschlagbaren „Kleinkubiker“. Unzählige Siege konnte Renault mit dem Rennmodel R 1063, VP Tank und Rossier Barquetta feiern. Ich sammelte vortan Kleinmodelle, das erste kaufte ich am Automobilsalon in Genf. Ein ganz Spezielles fand ich am Gardasee. Die andern ersteigerte ich im Internet. So kam es, dass ich fast süchtig wurde nach neuen Modellen. Plötzlich sah ich ihn, meinen RENNER ! Ich wollte ihn nicht unbedingt, aber ein bisschen spielen wollte ich schon mit dem Mitbieter. 2. kommt es anders als man denkt. Ich hatte auf einmal den Zuschlag!!! Was nun. Kontakt aufnehmen, Termin vereinbaren, Kollegen mit guten französischen Kenntnissen waren gefragt (René Panchaud und Gilles Cottet). Danke, sie haben mir sehr geholfen. Transportanhänger musste organisiert werden. Danke Hugo Dann ab nach Toulouse. Abenteuer pur. (siehe Fotogalerie). Allein die Verzollung gäbe mehrere Kapitel !! Später einmal wird die Geschichte meines Yellow Car erzählt.

Aus Zwei wird drei

Die Story des 3. Heck ist auch wieder ein langjähriges Prozedere. Gesehen habe ich ihn, ca. 1987 in einer kleinen Autogarage in Summiswald. Ich fragte damals den Besitzer ob er ihn verkaufen würde was er vehement verneinte, er wolle ihn restaurieren. Schade. Doch wer nicht nachgibt - gewinnt !! Als ich kürzlich in dieser Gegend Aufträge hatte, benutzte ich die Gelegenheit, nachzusehen ob es diesen Heck noch gibt. Und es gab ihn noch. Jedoch total verwahrlost. (Bilderserie 48)

Ich konnte mit guten zureden den Heck retten. Es handelt sich dabei um einen der Ersten 4CV die je in die Schweiz importiert wurde. (Produktion ca. Mai 1948) Es macht mich stolz, ihn zu besitzen. Gleich wohl er beinahe verrostet ist. Aber er ist ein URHECK !! Ob ich ihn restaurieren werde, weiss ich zur Zeit noch nicht.

Sie sehen: Die Heckomania hat mich voll befallen. Geliebter Virus !!



Erwin Meinen
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